„Project Hail Mary“ (Der Astronaut)
Erinnert ihr euch noch an den Hype um Der Marsianer? Damals saß ich gebannt im Kino und habe Mark Watney (Matt Damon) dabei zugeschaut, wie er aus Kartoffeln und Chemie sein Überleben „zusammenrechnete“. Jetzt legt Autor Andy Weir nach – und die Verfilmung von Project Hail Mary (in Deutschland unter dem Titel „Der Astronaut“ im Kino) setzt dem Ganzen noch eins oben drauf.
Worum geht’s eigentlich? (Spoilerfrei!)
Die Prämisse klingt erst mal nach klassischem Sci-Fi-Futter: Ein Mann wacht allein in einem Raumschiff auf. Er hat keine Ahnung, wer er ist, wie er dort hingekommen ist und warum seine beiden Crew-Kollegen tot in ihren Kojen liegen.
Dieser Mann ist Ryland Grace (gespielt von einem gewohnt charmanten, aber hier herrlich nerdigen Ryan Gosling). Erst nach und nach kommen seine Erinnerungen zurück: Die Sonne stirbt, die Erde steuert auf eine Eiszeit zu, und er ist die letzte, verzweifelte Hoffnung der Menschheit. Er ist übrigens kein Elite-Soldat oder Top-Pilot, sondern – man höre und staune – ein ehemaliger Molekularbiologe, der zuletzt als Naturwissenschaftslehrer gearbeitet hat.
Warum der Film so gut funktioniert
Was den Film (und das Buch) von anderen Weltraum-Epen unterscheidet, ist der Tonfall. Es ist kein düsteres, deprimierendes Weltraum-Drama. Stattdessen ist es eine Liebeserklärung an die Wissenschaft und das Problemlösen.
- Ryan Gosling überzeugt: Er trägt einen Großteil des Films allein und schafft es, die Panik, den Witz und die pure Begeisterung eines Wissenschaftlers einzufangen, der mit Klebeband und Mathematik die Welt rettet.
- Sandra Hüller ist dabei: Ja, unsere deutsche Oscar-Hoffnung spielt Eva Stratt, die Frau, die das gesamte Projekt mit eiserner Hand leitet. Sie ist der perfekte Gegenpart zu Goslings Charakter – pragmatisch, kühl und absolut fokussiert.
- Die Regie: Das Duo Phil Lord und Christopher Miller (The LEGO Movie, 21 Jump Street) bringt genau den richtigen Schuss Humor mit, ohne dass die Spannung flöten geht.
Das gewisse Extra
Ohne zu viel zu verraten: Ryland ist nicht ewig allein da oben. Die Dynamik, die sich im zweiten Drittel des Films entwickelt, ist das eigentliche Herzstück der Geschichte. Es geht um Kommunikation, Vertrauen und eine Freundschaft, die buchstäblich Grenzen (und Lichtjahre) überwindet.
Mein Fazit: Ab ins Kino?
Definitiv ja. Project Hail Mary ist visuell beeindruckend (danke an Kameramann Greig Fraser, der schon Dune diesen gewaltigen Look verpasst hat), aber er vergisst nie seine Charaktere.
Wer Lust auf einen Film hat, der optimistisch ist, und bei dem Wissenschaft die coolste Superkraft der Welt ist, sollte sich den Kinobesuch gönnen.
Beitragsbild KI generiert
